„Castra Regina“ – Unter diesem Namen gründeten die Römer vor rund 2000 Jahren ein Kastell an der Donau. Dass die 7. Klassen heute durch dieselben Straßen laufen würden, hätten sie sich wohl kaum träumen lassen. Bei unserer Stadtführung erfuhren wir, dass nicht nur die Antike ihre Spuren in Regensburg hinterlassen hat, sondern die Stadt an der Donau auch zu den besterhaltenen mittelalterlichen Städten Deutschlands gehört.

Besonders beeindruckend ragt der Regensburger Dom im gotischen Stil über die Altstadt hinaus – mitsamt seinem „Eselsturm“. Die vielen Patrizierhäuser entlang der engen Gassen zeugen noch heute vom einstigen Reichtum der mittelalterlichen Kaufleute. In der Wahlenstraße bewunderten wir den Goldenen Turm; im Licht des Sonnenuntergangs schimmerte der Sandstein tatsächlich fast gülden – kein Wunder, dass man sie einst die „Straße der Reichen“ nannte. Überhaupt war Regensburg im Mittelalter eine echte „Hochhaus-Stadt“: Rund 60 Patriziertürme soll es gegeben haben! Wer damals etwas auf sich hielt, baute hoch hinaus – vermutlich das mittelalterliche Pendant zum heutigen Prestige-Penthouse.

Politisch wurde es am Alten Rathaus, denn hier wurde deutsche Geschichte geschrieben: Im Reichssaal tagte ab 1663 der Immerwährende Reichstag des Heiligen Römischen Reiches. Besonders anschaulich waren die historischen Stadtmaße am Rathaus: rechts die Regensburger Elle, links der Klafter (eine Armspannweite) und dazwischen das Schuhmaß. So konnten Händler direkt vor Ort überprüfen, ob alles mit rechten Dingen zuging – ein mittelalterliches Eichamt unter freiem Himmel. Am Haidplatz hörten wir von schwierigen Zeiten: Im 16. Jahrhundert war die Stadt zeitweise verarmt, Hungersnöte suchten die Bevölkerung heim.
Der Legende nach wurden sogar Tiere „versteinert“. Natürlich machten sich unsere Schülerinnen und Schüler sofort auf die Suche nach der berühmten versteinerten Maus in der Mauer. Wer sie streichelt, so heißt es, dem winkt ein glückliches Leben. Ob sie gefunden wurde? Sagen wir so: Manche Hände wollten gar nicht mehr von der Mauer weichen.Insgesamt waren wir in sieben Gruppen unterwegs. Die interaktive Gestaltung der Führung sorgte dafür, dass Geschichte nicht nur gehört, sondern erlebt wurde – mit Fragen, kleinen Aufgaben und viel Raum zum Mitdenken.
Politisch wurde es am Alten Rathaus, denn hier wurde deutsche Geschichte geschrieben: Im Reichssaal tagte ab 1663 der Immerwährende Reichstag des Heiligen Römischen Reiches. Besonders anschaulich waren die historischen Stadtmaße am Rathaus: rechts die Regensburger Elle, links der Klafter (eine Armspannweite) und dazwischen das Schuhmaß. So konnten Händler direkt vor Ort überprüfen, ob alles mit rechten Dingen zuging – ein mittelalterliches Eichamt unter freiem Himmel. Am Haidplatz hörten wir von schwierigen Zeiten: Im 16. Jahrhundert war die Stadt zeitweise verarmt, Hungersnöte suchten die Bevölkerung heim. Der Legende nach wurden sogar Tiere „versteinert“. Natürlich machten sich unsere Schülerinnen und Schüler sofort auf die Suche nach der berühmten versteinerten Maus in der Mauer. Wer sie streichelt, so heißt es, dem winkt ein glückliches Leben. Ob sie gefunden wurde? Sagen wir so: Manche Hände wollten gar nicht mehr von der Mauer weichen.Insgesamt waren wir in sieben Gruppen unterwegs. Die interaktive Gestaltung der Führung sorgte dafür, dass Geschichte nicht nur gehört, sondern erlebt wurde – mit Fragen, kleinen Aufgaben und viel Raum zum Mitdenken.
Nach so viel Mittelalter führte uns der Weg nach einer kurzen Pause ins Haus der Bayerischen Geschichte. Dort erkundeten die Klassen eigenständig die Entwicklung Bayerns vom Königreich bis in die Gegenwart. Besonders beliebt war die Krönungsstation: Eine Krone aufsetzen, das Zepter in die Hand nehmen und auf dem Krönungssitz Platz nehmen – während ein Mitschüler feierlich die Zeremonie vorlas. Für einen kurzen Moment fühlte sich manch einer wohl tatsächlich wie ein König oder eine Königin von Bayern. Auch die digitalen Dialektstelen sorgten für Begeisterung: „Woher in Bayern kommst du?“ – per Knopfdruck konnten verschiedene Dialekte ausprobiert und verglichen werden. Weitere interaktive Stationen machten deutlich, dass Geschichte alles andere als trocken sein muss.
Am Ende des Tages waren sich alle einig: Regensburg ist nicht nur 2000 Jahre alt, sondern auch 2000 Jahre spannend. Zwischen römischem Kastell, gotischem Dom, reichen Patriziern und königlicher Krönung wurde Geschichte lebendig – und vielleicht hat die gestreichelte Maus am Haidplatz ja tatsächlich schon für ein kleines bisschen Glück gesorgt.
Dagmar Felber